Theater
Reigen (2026)
Regie: Johanna Rieger
Im Reigen von Arthur Schnitzler schildern zehn erotische Szenen humorvoll die „unerbittliche Mechanik der Verführung“, Sehnsucht, Enttäuschung und das Verlangen nach Liebe. In der Liebe zeigen sich Wahrheiten, die sonst verborgen bleiben. In den Szenen begegnen sich jeweils ein Mann und eine Frau aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten – nur für die wenigen Minuten vor und nach einem Liebesakt. Der Akt selbst bleibt unsichtbar, doch in den Gesprächen offenbaren sich Gefühle, Machtverhältnisse und soziale Grenzen. Alle Figuren sind zugleich Verführerinnen und Verführte, Spielerinnen und Ausgetrickste – allerdings gelten nicht für alle dieselben Regeln. Kaum ist eine Begegnung vorbei, folgt eine der Figuren dem nächsten Rendezvous – und so entsteht aus den flüchtigen Begegnungen ein scharf gezeichnetes Panorama der Gesellschaft um 1900 das bis heute seine Gültigkeit nicht verloren hat.


Lady Susan (2026)
Regie: Julia Prock-Schauer
nach dem Roman von Jane Austen
„Wo es eine Neigung zu gefallen gibt, sollte man ihr stets nachgeben.“
Theater und mehr bringt Jane Austens freche Gesellschaftskomödie auf die Bühne!
England, Ende des 18. Jahrhunderts: Die attraktive Lady Susan sorgt für Aufregung in der guten Gesellschaft - frisch verwitwet, kokettiert sie bereits wieder mit ihren Verehrern. Um den Gerüchten über eine angebliche Affäre zu entgehen, zieht sie sich auf das Anwesen ihrer Schwägerin zurück. Dort entspinnt sich rasch ein intensiver Flirt mit deren Bruder, dem adretten Reginald DeCourcy. Doch als eines Tages ihre Stieftochter Frederica auftaucht, geraten Lady Susans Pläne in Gefahr. Denn diese lehnt ihren Auserwählten, den ebenso reichen wie einfältigen Sir James Martin strikt ab und verliebt sich stattdessen in Reginald…Mit „Lady Susan“ zeigt Theater und mehr Jane Austens frechstes und lustigstes Werk: eine pointierte Gesellschaftskomödie voller Intrigen, Charme und großen Gefühlen!

Dschabber (2022-2024)
Regie: Anja Sczilinski
Nominiert beim Stella-Award 2023 für:
Spezialpreis der Nationalen Jury - PartizIpative Projekte
Fatima, eine selbstbewusste junge Muslima, ist vor einigen Jahren mit ihren Eltern aus Ägypten geflohen, die Integration in Österreich ist geglückt. Sie hat sich für das Kopftuch, den Hidschab, entschieden, ebenso wie ihre Freundinnen, ironisch und zugleich offensiv nennen sie sich selbst die „Dschabber“. Doch nach einem muslim-feindlichen Vorfall an der Schule schicken ihre Eltern die widerstrebende Fatima in eine andere Schule.
Dort ist sie die einzige „Dschabber“: Mitleidige Toleranz und gut gemeinte, tatsächlich aber aufdringliche Offenheit, mit der man dem Mädchen begegnet, lassen Fatima ihr Anderssein schmerzhaft spüren, auch wenn sie Projektionen und Klischees mit Souveränität begegnet. Jonas, ihr Mitschüler, macht mit Fatimas Schlagfertigkeit bald Bekanntschaft. Der Junge scheint Probleme anzuziehen und macht sich mit seinem nicht immer mehrheitsfähigen Humor wenig Freunde. Doch nach ersten Konflikten wird eine Verbindung spürbar. Jonas erlaubt Fatima einen Blick hinter die coole Maske und erzählt von seiner Familie – die durch die Gewalttätigkeit seines Vaters keine mehr ist. Zwischen den beiden Teenagern entwickelt sich eine vorsichtige Liebesgeschichte, der mehrfach Gefahr droht: Jonas’ eifersüchtige Ex-Freundin und Fatimas Eltern einerseits, andererseits Fatimas Ängste und Jonasʼ Impulsivität – das Dogma von der Unvereinbarkeit der Kulturen scheint unüberwindlich. Doch so problematisch die Unterschiede auch sind – unüberbrückbar sind sie für Fatima und Jonas nicht.

Fröhliche Bescherung (2023)
Regie: Johanna Rieger
Cäcilie freut sich auf ein ruhiges Weihnachtsfest mit ihrer beinahe 30-jährigen Tochter Clara. Diese wünscht sich ein Weihnachten wie in ihrer Kindheit. Cäcilie hat versprochen, ihren Vater auch einzuladen, obwohl sie schon lange geschieden sind. Allerdings verheimlicht sie ihr, dass er die Einladung abgelehnt hat.
Alles läuft aus dem Ruder, als nicht nur die streng katholische, nicht eingeladene, streng katholische Oma vor der Tür steht, sondern auch noch Gerd, Claras Freund, mit dem sie gerade Schluß gemacht hat. Als Cäcilie dann noch den Pizzalieferant Mohamed einlädt, den Heiligen Abend mit ihnen zu verbringen, geschieht plötzlich ein Weihnachtswunder. Es ist Liebe auf den ersten Blick zwischen Clara und Mohamed.
Eine Mischung aus Konversationsstück und Sitcom.
Witzige Wendungen, die geschliffenen Dialoge voller Esprit, brilliant, romantisch, anspruchsvoll und mit berührendem Tiefgang erzählt, ist die Weihnachtskomödie ein vorweihnachtliches Vergnügen. Die perfekte Einstimmung auf das Fest.

Wir sind die Guten (2023)
Regie: Thomas Richter & Alexandra Maria Trimmel
In mehreren Minidramen spielt Mark Ravenhill in facettenreichen Variationen durch, welche Auswirkungen ein dauerhafter Kriegszustand auf das private wie das politische Leben hat.
Die Werkstattinszenierung von Alexandra Maria Timmel und Thomas Richter erforscht zusammen mit den Student*innen des Abschlussjahrganges der filmacademy wie unterschiedlich sich Lebenssituationen darstellen können.

